Schon vor dem Start gab es Diskussionen um den Veranstaltungsort und um Lindemann selbst. Gegen das Festival wurde auch eine Petition gestartet. Darin wurden unter anderem Sicherheitsbedenken für Frauen und queere Menschen, Lärm, Umweltschäden und Belastungen für Anwohner genannt. Kritisiert wurde außerdem der Ort. Das Völkerschlachtdenkmal steht für die Erinnerung an Krieg und Leid. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte sich ebenfalls grundsätzlich kritisch zu Konzerten an diesem Standort geäußert.
Dazu kam die Debatte um Lindemann selbst. Nach den öffentlich gewordenen Vorwürfen gegen den Rammstein-Sänger vor einigen Jahren distanzieren sich weiterhin viele Menschen von ihm. Die Ermittlungen gegen Lindemann wurden später eingestellt.
Die Show selbst war klar auf Provokation ausgelegt. Das „Till Fest“ war als Veranstaltung ab 18 Jahren angekündigt. In Videos vom Auftritt ist eine bewusst sexualisierte und drastische Inszenierung zu sehen: freizügige Outfits auf der Bühne, Pole-Dance-Elemente und anzügliche Darstellungen.
Für besonders viel Gesprächsstoff sorgte „Fish On“. Dabei wurden Fische auf der Bühne eingesetzt, ins Publikum geworfen und mit einer kanonenartige Requisite in die Menge geschossen. In einem Recap auf seiner Instagramseite war zudem eine Szene mit einem Fisch, roter Flüssigkeit und einer teilweise entblößten Zuschauerin zu sehen. Die Frau übergoss sich dabei mit der Flüssigkeit.
Das Festival war nicht ausverkauft. Laut dpa waren am Freitag noch Tickets für beide Tage erhältlich. Für Lindemanns Fans war es ein großes Spektakel. Für Kritiker dürfte das „Till Fest“ die Diskussionen aber eher verstärkt als beruhigt haben.
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