Wo wird im Gesundheitswesen eigentlich am stärksten gespart? Genau darüber wird heute auch im Bundestag diskutiert. Die Bundesregierung will die gesetzliche Krankenversicherung im kommenden Jahr um mehr als 16 Milliarden Euro entlasten. Durch höhere Einnahmen, aber eben auch durch geringere Ausgaben. Eine Berechnung des Gesundheitsökonomen Afschin Gandjour für den Hessischen Rundfunk zeigt: Die großen Bereiche trifft es gemessen an ihren bisherigen Ausgaben erstaunlich ähnlich. Bei Kliniken, Arzneimitteln und Psychotherapie liegen die Einsparungen demnach zwischen 3,7 und 5,2 Prozent.
Gandjour warnt aber: Entscheidend ist eben auch, wo gespart wird.
„Wenn Sie nicht die Ineffizienzen angehen und pauschal vier bis fünf Prozent kürzen, müssen Sie mit negativen Folgen rechnen.“
Besonders umstritten ist die Psychotherapie. Die soll künftig stärker budgetiert werden. Die Psychotherapeutenkammer Hessen befürchtet deshalb weniger Therapieplätze und noch längere Wartezeiten. Auch die Pharmaindustrie warnt vor Folgen für Forschung und neue Medikamente. Die Bundesregierung hält dagegen: Das Sparpaket sei ausgewogen und soll vor allem weitere Beitragserhöhungen kurzfristig verhindern.
Freitag, 11.09.2026 12:25 Uhr




