Bärte: Ein Megatrend mit vielen Facetten

Auch wenn Rockland Radio im Jahr 2016 25 % neue Hörer hinzugewonnen hat, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Das Radio erobert die Bildschirme und die Moderatoren wie Oliver Peral, Per Eggers und Marius Hühne müssen sich so langsam fragen, ob sie mit ihren Bärten und Frisuren lässig rüberkommen – oder ob die Bildübertragung Grund für ein Makeover sein könnte.

Scherz beiseite, natürlich sehen die Moderatoren genauso gut aus, wie sie sich anhören. Doch das Thema Bärte war im Jahr 2016 überall präsent und hat viele Männer erreicht. Schade, dass der Trend das Jahr 2017 wohl nicht lange überdauern wird, so der Trendforscher Vincent Grégoire von der Pariser Trendagentur Nelly Rodi. Eine Gegenbewegung ist auch schon in Sicht. Warum sich der Bart so stark etablieren konnte, warum er bald auf dem Rückzug sein wird, welche Bärte im Trend liegen und was danach kommt, ist Thema dieses Beitrags.

Die neue Gemütlichkeit: Bärte sind Zeichen der Gelassenheit

Schaut man sich in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München um, wird es offensichtlich: Jogginghosen im Büro, Gummistiefel zum Trenchcoat und Turnschuhe zum Mini - erlaubt ist, was bequem ist. Auch, dass Männer Bärte tragen, gehört zu diesem Trend. Die Bewegung, sich einen Bart stehen zu lassen, hat eine Vorgeschichte. Anfang dieses Jahrtausends tauchten Metrosexuelle auf. Fußballstars wie David Beckham rasierten sich den Körper, banden sich einen cleanen Zopf und steckten sich luxuriöse Ringe an die Finger. Als Antwort darauf entstand die Gegenbewegung der „Lumbersexuellen“ (Lumber = Holzfäller). Ihre Kennzeichen:

·       Bart, möglichst dicht

·       Hemd in Karo-Holzfäller-Optik

·       derbe Boots

·       grobe Mütze

Der Bart symbolisiert ihre Männlichkeit. Sie präsentieren sich rustikaler, natürlicher und auch ein Stück weit roher als Metrosexuelle. Männer sehen wieder wie Männer aus – ganze Kerle sozusagen, um auf der Klaviatur der populistischen Vokabeln zu spielen.

Die junge Generation definiert sich über High-Tech, Social Media – und Bärte!

Der Trend zum Bart hat sich auch in der Generation Y durchgesetzt. Das sind diejenigen, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden. Sie sind auf Du und Du mit digitalen Medien und sind in der Lage, sich schnell in technische Angebote einzuarbeiten und sie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Das klingt recht vielversprechend, doch der Alltag hat seine Tücken.

Das Problem ist nämlich, dass ihre Eltern noch immer an den wichtigen Schaltstellen sitzen und sie regelrecht ausbremsen. Dieser Umstand ist ihre Motivation, einen Bart zu tragen: Sie widersetzen sich der Autorität. Ein Bart gilt von alters her als Merkmal der Macht. Männer in wichtigen Positionen der Medizin, Rechtswissenschaften, Politik oder beim Militär waren häufig Bartträger. Einen Bart zu tragen heißt groß zu sein, und genau das will die Generation Y ebenfalls. Allerdings definiert sie den aktuellen Trend anders, als es zu früheren Zeiten der Fall war.

Die Bärte von heute sind gepflegt, getrimmt, gepimpt und gestylt

Der Bart von heute hat ganz neue Merkmale. Hier geht es nicht um einen wild wachsenden Bart, sondern es geht darum, den Bart zu kultivieren. Junge Männer gönnen sich einen Besuch beim Barbier, manche machen gar regelmäßige Termine bei der Kosmetikerin. Die Männer von heute pflegen sich stärker, als die Männer der Generation X es taten. Ein bisschen sieht man an ihnen noch den Einfluss von Männern wie David Beckham, denn ihr Körperbewusstsein ist enorm hoch. Barttrimmer und Bartschneider liegen bei ihnen im Trend. Mithilfe einer Barttrimmer Übersicht informieren sie sich genau über verschiedene Modelle, denn sie wollen möglichst gute Ergebnisse mit dem Barttrimmer erreichen. Dabei haben Sie die Qual der Wahl unter den vielfältigen Bartfrisuren. Die Top 3 kommen jetzt:

·       Fast 40 % aller Männer tragen einen Dreitagebart. Ein Dreitagebart steht fast jedem Mann, lässt ihn verwegen aussehen und verleiht ihm das gewisse Etwas. Allerdings ist es notwendig, ihn nicht wild wuchern zu lassen, sondern ihn bewusst im Zaum zu halten. Ansonsten wird aus verwegen schnell ungepflegt. Wird der Dreitagebart mit einem speziellen Rasierer getrimmt, sieht er ausgesprochen gepflegt und sexy aus.

·       Der Vollbart ist die Urform aller Bärte. Frauen mögen Männer mit Vollbärten nicht so gern, weil sie sie für undurchschaubar halten. Der Vollbart hat natürlich seine Berechtigung, gerade mit Blick auf das Jahr 2017. Der Retro-Style hält Einzug und mit ihm werden die Bärte voller. Doch Vorsicht: Ein Vollbart zieht ein Gesicht in die Länge und ist nicht für jeden Mann vorteilhaft.

·       Der Soul Patch ist ein kleiner Bart, der unterhalb der Lippe über dem Kinn sitzt. Die Gesamterscheinung verändert er kaum. Deshalb ist dieser Bart auch für jede Gesichtsform geeignet. Allerdings lässt er den Träger in Kombination mit einer Sonnenbrille oder einer Brille kultig und klug erscheinen. Wer das mag, ist mit dieser Bartform gut beraten.

Übrigens mögen Frauen nach einer Statistik am liebsten glatt rasierte Männer. Ob das auch etwas damit zu tun hat, dass der Trend zum Bart im Rückgang begriffen ist?

Das Ende der Bartbewegung ist in Sicht – und was kommt dann?

Auch wenn es die Entscheidung eines jeden Mannes ist, ob er Bart trägt oder nicht, so ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele Menschen Probleme mit verschiedenen Bartformen haben. Ein Grund ist,  dass ergrauende Bärte nicht unbedingt sexy wirken, sondern den Träger älter erscheinen lassen, als er ist. Die Eitelkeit der Männer führt also auf natürlichem Wege ebenfalls dazu, dass Bärte aus dem Straßenbild mehr und mehr verschwinden.

Noch gibt es keine Bewegung, die stark genug ist, um den Barttrend abzulösen. Doch ein bisschen lässt die Zukunftsforschung durchblicken: Der Gesundheitstrend mit viel Bio und Bewegung in Kombination mit funktioneller Kleidung und Spiritualität ist immer mehr auf dem Vormarsch. Diese Bewegung ist so frisch, dass der Name noch nicht feststeht. In den Medien geistert der Begriff „Health Goth“ herum, der den breit gefächerten Lebensstil beschreiben soll. Die neue Natürlichkeit könnte den aktuellen Bart-Trend ablösen. Doch das ist tatsächlich noch Zukunftsmusik und bleibt abzuwarten.

Bildquelle: pixabay.com © bykst (Public Domain CC0)

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